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Einem im Rah­men eines Dienst­ver­trags für eine GmbH tä­ti­gen Ge­schäfts­füh­rer ist  in der Regel die Zu­las­sung als Syn­di­kus­rechts­an­walt zu ver­sa­gen. Die fach­li­che Un­ab­hän­gig­keit sei­ner an­walt­li­chen Tä­tig­keit ist laut Bun­des­ge­richts­hof nicht ge­währ­leis­tet, da er durch Ge­setz wei­sungs­ge­bun­den ist.

Ren­ten­ver­si­che­rung ist gegen Syn­di­kus­zu­las­sung
Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung wand­te sich gegen die Syn­di­kus­zu­las­sung eines An­walts durch die zu­stän­di­ge Rechts­an­walts­kam­mer. Der Ju­rist be­an­trag­te im April 2019 unter Vor­la­ge eines „Dienst­ver­trags“ und einer Tä­tig­keits­be­schrei­bung die Zu­las­sung für seine Tä­tig­keit bei einer GmbH. Nach § 1 Nr. 1 des Ver­trags war er dort als Ge­schäfts­füh­rer und Syn­di­kus­an­walt zu­stän­dig für die Be­rei­che Be­tei­li­gungs­ma­nage­ment und Steu­ern sowie für aus­ge­wähl­te M&A-Pro­jek­te. Im Mo­nats­durch­schnitt war er an zwei Ar­beits­ta­gen pro Woche für die Ge­sell­schaft tätig. Sie war Kom­ple­men­tä­rin einer GmbH & Co. KG, der Dach­ge­sell­schaft einer wei­te­ren GmbH und einer Hol­ding GmbH (Un­ter­neh­mens­grup­pe). Der Ju­rist war mit zwei wei­te­ren von ins­ge­samt sechs Ge­schäfts­füh­rern zu­stän­dig für die Hol­ding und zu­gleich deren Mit­ge­schäfts­füh­rer. Die Kam­mer ließ ihn im Sep­tem­ber 2019 ent­ge­gen der Stel­lung­nah­me der As­se­ku­ranz als Syn­di­kus­an­walt zu. Der AGH Hamm hob den Zu­las­sungs­be­scheid auf.
BGH: Fach­li­che Un­ab­hän­gig­keit nicht ge­währ­leis­tet
Der BGH be­stä­tig­te diese Ent­schei­dung und wies die Be­ru­fun­gen der Kam­mer und des An­walts zu­rück. Aus des­sen Sicht hat der AGH den Be­scheid der Rechts­an­walts­kam­mer zu Recht auf­ge­ho­ben. Die Tä­tig­keit des Ju­ris­ten ent­spre­che nicht den An­for­de­run­gen. Sei­ner Zu­las­sung als Syn­di­kus­an­walt stehe ent­ge­gen, dass die fach­li­che Un­ab­hän­gig­keit der an­walt­li­chen Tä­tig­keit in An­be­tracht sei­ner Stel­lung als GmbH-Ge­schäfts­füh­rer mit Blick auf das Wei­sungs­recht nach § 37 GmbHG nicht ge­währ­leis­tet sei, § 46 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4 BRAO.
Dienst­ver­trag­lich ver­ein­bar­te Wei­sungs­ver­bo­te wir­ken nur schuld­recht­lich
Dem An­walts­se­nat zu­fol­ge war des­sen ge­sell­schafts- und organ­recht­li­che Wei­sungs­ge­bun­den­heit nicht durch die (dem Ge­setz nach­ran­gi­gen) Ver­ein­ba­run­gen in sei­nem Dienst­ver­trag und sei­ner Tä­tig­keits­be­schrei­bung zur Wei­sungs­frei­heit bei an­walt­li­chen Tä­tig­kei­ten auf­ge­ho­ben. Dass der Ge­sell­schafts­ver­trag eine Auf­he­bung die­ser Wei­sungs­un­ter­wor­fen­heit des An­walts oder eine sons­ti­ge Re­ge­lung zur Ge­währ­leis­tung sei­ner fach­li­chen Un­ab­hän­gig­keit ent­hal­te, sei nicht dar­ge­tan.

zu BGH, Urteil vom 07.12.2020 – AnwZ (Brfg) 17/20

Redaktion beck-aktuell, 14. Jan 2021.